Da gibt es eine Geschichte, die ich immer wieder gerne erzähle: als ich immer besser Englisch lernte, fing es mich irgendwann an zu stören, dass viele Briten so häufig fuck this, fuck that, fucking, fuck, fuck, fuck sagen. Man braucht ja hin und wieder einen Kraftausdruck, aber ich wollte einen haben für mich, der sanfter ist als f*cken.
Nun ja, so hörte ich mich um, und fand bald ein anderes Wort, das viel sanfter klang: bugger. Sieht schon netter aus, klingt besser, und ich wusste zwar nicht, was es hiess, aber schlimmer als fuck konnte es ja kaum sein. Und so sagte ich fröhlich "bugger, bugger that for a lark, I'll be buggered," bis mir eine Freundin aus Schottland sagte, was das heisst: ar***f*cken. Seither bin ich wieder auf der Suche.
Diese Anekdote erzählte ich auch am schottischen Hochzeitsfest einem sehr gebildeten, älteren Engländer (so richtig mit edlem Oxford/Cambride-English und so) weil wir gerade über die Schwierigkeit des Sprachenlernens diskutierten. Er fand sie richtig lustig, und machte den Abend hindurch immer wieder Witzchen darüber.
Nach dem Tanz sassen wir noch zusammen, diesmal war seine Frau auch mit dabei, welche von alledem noch nichts wusste. Ich setzte mich hin, aber da ich Rocktragen nicht so gewohnt bin, sass ich so, dass man von bestimmten Richtungen vielleicht zu viel hätte sehen können. Und dann sagte doch der gebildete Engländer: "Sei vorsichtig, wie Du dich mit Kilt hinsetzt, ich weiss ja nicht, wie viel da unten zu sehen ist, aber wenn's zu verlockend ist, you'll get buggered."
Ihr hättet das Gesicht seiner Frau sehen sollen! Sie war total geschockt! Ich glaub nicht, dass sie ihren Ehemann jemals dieses Wort hat verwenden hören, und vor allem niemals in diesem Zusammenhang.
P.S.: in den USA wird "bugger" heute häufig verwendet. Den Leuten ist es dort kaum bewusst, was es heisst. In Grossbritannien ist das anders.
P.P.S.: unter dem Kilt trägt man Boxershorts. Ohne Unterwäche wär's Wahnsinn, der Kilt ist aus einem relativ kratzigen Wollstoff gemacht.
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Sonntag, 24. Juni 2012
Donnerstag, 9. Februar 2012
Apokatastrophe
Nach einem sehr interessanten Gespräch darüber, warum Menschen oft Dinge einfach haben wollen, kam mir wieder der Spruch in den Sinn, den ich mal am Rückfenster eines Wohnmobils sah:
Man gönnt sich ja sonst nicht's!
Wie wahr! Und wenn man sich ja sonst nichts gönnt, so doch mindestens ein Apostroph.
Wir haben uns ja die letzten Tage schon was gegönnt: eine Reise nach Köln und Bonn. Dort habe ich viel freude.li-ges gesehen, aber in Bonn auch den bisher grössten Apostroph-Schock meines Lebens:
Bar upstair's.
Es war mit Kreische -- Freud'scher Versprecher ... Kreide -- geschrieben; ich hab's versucht auszuputzen, das Apostroph, aber es stand wohl schon viel zu lange dort, und quält mich bi's heute noch in meinen Träume'n.
Man gönnt sich ja sonst nicht's!
Wie wahr! Und wenn man sich ja sonst nichts gönnt, so doch mindestens ein Apostroph.
Wir haben uns ja die letzten Tage schon was gegönnt: eine Reise nach Köln und Bonn. Dort habe ich viel freude.li-ges gesehen, aber in Bonn auch den bisher grössten Apostroph-Schock meines Lebens:
Bar upstair's.
Es war mit Kreische -- Freud'scher Versprecher ... Kreide -- geschrieben; ich hab's versucht auszuputzen, das Apostroph, aber es stand wohl schon viel zu lange dort, und quält mich bi's heute noch in meinen Träume'n.
Dienstag, 20. September 2011
Noch mehr Finnish
Übrigens, katso merta ist nicht der einzige Zusammenstoss zwischen Finnisch und romanischen Sprachen. Ich kenne einen Finnischen Professor gut, der heisst zum Nachnamen Porra. Er ging mal an einen Kongress nach Portugal, zusammen mit einem anderen Finnen, Prof. Kohonen.
Als sie sich im Hotel an der Rezeption anmeldeten, und nacheinander sagten "I'm Mr. Porra" und "I'm Mr. Kohonen", konnte sich die Rezeptionistin nur noch mit Müh und Not beherrschen.
Warum?
Nun, Porra bedeutet auf Portugiesisch schon was: click hier. Und Kohonen sprechen die Finnen recht ähnlich aus wie die Spanier - und Spanisch spricht man an Portugiesischen Rezeptionen eben auch - cojones. Nur die Betonung liegt nicht auf derselben Silbe.
Also mich wundert, dass die Rezeptionistin nicht schnellstens in den Hinterraum rannte und in ein Kissen hinein losprustete. Muss eine echte Profi gewesen sein ...
Als sie sich im Hotel an der Rezeption anmeldeten, und nacheinander sagten "I'm Mr. Porra" und "I'm Mr. Kohonen", konnte sich die Rezeptionistin nur noch mit Müh und Not beherrschen.
Warum?
Nun, Porra bedeutet auf Portugiesisch schon was: click hier. Und Kohonen sprechen die Finnen recht ähnlich aus wie die Spanier - und Spanisch spricht man an Portugiesischen Rezeptionen eben auch - cojones. Nur die Betonung liegt nicht auf derselben Silbe.
Also mich wundert, dass die Rezeptionistin nicht schnellstens in den Hinterraum rannte und in ein Kissen hinein losprustete. Muss eine echte Profi gewesen sein ...
Mittwoch, 14. September 2011
Selig, wer ...
Die Malerin fragte: Ist Finnisch nicht auch einer der schwersten Sprachen?
Ich finde sie recht schwer, schon alleine weil sie 15 Fälle hat und "nein" ein Verb ist. Beispiel gefällig?
Glas heisst lasi, Tisch heisst pöyta (ausgesprochen pö-ütä), verwandt mit unserem Wort für Pult.
Das Glas ist auf dem Tisch heisst lasi on pöydällä, wobei das Wort für Tisch nun im Adessiv ist, dem einen der 15 Fälle, der angewandt wird, wenn etwas woanders drauf steht oder dran haftet.
Das Glas ist auf meinem Tisch heisst lasi on pöydälläni. Das Glas ist auch nicht auf meinem Tisch heisst lasi ei ole pöydällänikään. Und so werden die Wörter immer länger.
Das längste bekannte finnische Wort ist lentokonesuihkuturbiinimoottoriapumekaanikkoaliupseerioppilas und heisst so ungefähr "auf Flugzeugtriebwerke spezialisierter technischer Feldweibel.
Ich finde es schwierig wenn Bahnhof rautatieasema heisst und man statt eins zwei drei vier yksi kaksi kolme neljä (gell, Nelja, Du hast jetzt die Augen weit offen) viisi kuusi seitsämen kahdeksan yhdeksän kymmenen zählt. Ich bin 1969 geboren, das ist yksi tuhat yhdeksän sataa kuusi kymmentä yhkdeskän. Im Dialekt kürzt man das ab, aber es ist ja schon kein Wunder sagen die Finnen nichts, wenn sie nichts zu sagen haben (im Gegensatz zu allen andern Europäern, die die Stille mit Geplapper füllen, wenn sie nichts zu sagen haben).
Und ich liebe diese Sprache, sie enthält viele Juwelen. Welt heiss auf Finnisch zum Beispiel maailma, wobei maa Land heisst und ilma Himmel. Also Welt = Land + Himmel. Schlicht, nicht?
Und deshalb widme ich den Finnen das Sprichwort des Tages: Selig, wer nichts zu sagen hat und trotzdem schweigt.
Dienstag, 13. September 2011
Des einen Freud ...
... ist des anderen Fluch. Ich habe im Moment viel mit Finnen zu tun. Finnisch ist eine sehr interessante und für alle anderen Europäer sehr fremde Sprache.
Und sie kollidiert heftig mit Italienisch. Auf Finnisch heisst "schau (dir) das Meer (an)" nämlich "katso merta". Ausgesprochen wird das ganz genau wie die Italienischen Wörter "cazzo merda." Wisst ihr, was Cazzo und Merda auf Italienisch bedeuten?
Falls ja: stellt Euch vor, was Finnische Touristen so alles erleben können, wenn sie in Italien das Meer sehen und es den Kolleginnen und Kollegen zeigen wollen.
Falls nein: clickt obige Links und dann stellt euch vor was Finnische Touristen so alles ...
Und sie kollidiert heftig mit Italienisch. Auf Finnisch heisst "schau (dir) das Meer (an)" nämlich "katso merta". Ausgesprochen wird das ganz genau wie die Italienischen Wörter "cazzo merda." Wisst ihr, was Cazzo und Merda auf Italienisch bedeuten?
Falls ja: stellt Euch vor, was Finnische Touristen so alles erleben können, wenn sie in Italien das Meer sehen und es den Kolleginnen und Kollegen zeigen wollen.
Falls nein: clickt obige Links und dann stellt euch vor was Finnische Touristen so alles ...
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