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Sonntag, 24. Juni 2012

Fluchen ist Glückssache ...

Da gibt es eine Geschichte, die ich immer wieder gerne erzähle: als ich immer besser Englisch lernte, fing es mich irgendwann an zu stören, dass viele Briten so häufig fuck this, fuck that, fucking, fuck, fuck, fuck sagen. Man braucht ja hin und wieder einen Kraftausdruck, aber ich wollte einen haben für mich, der sanfter ist als f*cken.

Nun ja, so hörte ich mich um, und fand bald ein anderes Wort, das viel sanfter klang: bugger. Sieht schon netter aus, klingt besser, und ich wusste zwar nicht, was es hiess, aber schlimmer als fuck konnte es ja kaum sein. Und so sagte ich fröhlich "bugger, bugger that for a lark, I'll be buggered," bis mir eine Freundin aus Schottland sagte, was das heisst: ar***f*cken. Seither bin ich wieder auf der Suche.

Diese Anekdote erzählte ich auch am schottischen Hochzeitsfest einem sehr gebildeten, älteren Engländer (so richtig mit edlem Oxford/Cambride-English und so) weil wir gerade über die Schwierigkeit des Sprachenlernens diskutierten. Er fand sie richtig lustig, und machte den Abend hindurch immer wieder Witzchen darüber.

Nach dem Tanz sassen wir noch zusammen, diesmal war seine Frau auch mit dabei, welche von alledem noch nichts wusste. Ich setzte mich hin, aber da ich Rocktragen nicht so gewohnt bin, sass ich so, dass man von bestimmten Richtungen vielleicht zu viel hätte sehen können. Und dann sagte doch der gebildete Engländer: "Sei vorsichtig, wie Du dich mit Kilt hinsetzt, ich weiss ja nicht, wie viel da unten zu sehen ist, aber wenn's zu verlockend ist, you'll get buggered."

Ihr hättet das Gesicht seiner Frau sehen sollen! Sie war total geschockt! Ich glaub nicht, dass sie ihren Ehemann jemals dieses Wort hat verwenden hören, und vor allem niemals in diesem Zusammenhang.

P.S.: in den USA wird "bugger" heute häufig verwendet. Den Leuten ist es dort kaum bewusst, was es heisst. In Grossbritannien ist das anders.

P.P.S.: unter dem Kilt trägt man Boxershorts. Ohne Unterwäche wär's Wahnsinn, der Kilt ist aus einem relativ kratzigen Wollstoff gemacht.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Hickszeittorte

Zurück zur schottischen Hochzeit in Nordengland: ich fuhr am Tag davor mit der Mutter des Bräutigams und der Hochzeitstorte 250 Meilen von Edinburgh nach Great Mitton. Profis hatten zwei Tage zuvor die dreistöckige Torte glasiert und verziert.

Gebacken hatte die Mutter die Torte selber. Im Februar.

Nein, das ist kein Witz! Sie hatte vier Stücke in verschiedenen Grössen gebacken, mit zusammen fast 20 Pfund Rosinen und Dörrfrüchten, jedes einzeln drei bis fünf Stunden bei niedriger Temperatur, und dann hat sie die Dinger monatelang regelmässig mit Schnaps übergossen. 1 1/2 Flaschen Brandy seien drin ("my cakes are very thirsty"). Vier Stücke waren es für den Fall, dass eines irgendwie kaputt geht. Das ist aber nicht passiert, und so ist eines übriggeblieben.

Und nun ratet mal, was Schotten in einem solchen Fall machen, sparsam wie sie sind? Richtig: das Ding weiterhin regelmässig mit Schnaps übergiessen und dann als Weihnachtstorte servieren.

Übrigens: als wir am Ort der Feier ankamen, wollte uns die Rezeptionistin beim Tortentragen helfen. Wir baten jedoch um die Hilfe eines starken Mannes. Sie hat uns fast ausgelacht, denn die Torte war gar nicht so voluminös, aber dann hat sie einen grossen, muskulösen und gutangezogenen Hotelangestellten geholt. Der packte die Torte, machte fünf Schritte, stöhnte laut, wurde eine Schattierung bleicher, und bat uns mit dringlicher Stimme, ihm die Türen aufzumachen und den Weg freizuhalten.

Die Torte war übrigens äusserst lecker ...

Sonntag, 17. Juni 2012

Scottish Wedding

Nach einwöchiger Pause meldet sich John P. MacGregor zurück von der Hochzeit eines schottischen Freundes:


Nein, das ist nicht der Bräutigam: das bin ich, und ich trage meinen Kilt in den Farben des Clans MacGregor, von dem ich tatsächlich abstamme, wenn auch der Teil der Familie schon länger aus Schottland ausgewandert ist.

Ach könnte ich doch öfters einen Kilt tragen! Tanzen mit Rock ist soooo schön, er wirbelt so herrlich, wenn man sich dreht, und macht wunderbare Wellenbewegungen, wenn man springt. (Meine Leserinnen können das wahrscheinlich eher nachvollziehen als meine Leser.)


Also seid gespannt auf die nächsten Freudelis; ich hab Euch einiges mitgebracht aus dem Königreich im Westen.